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Versicherung Krawietz

Einkommen & Vorsorge

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Eine zu niedrige BU-Rente ist im Ernstfall fast so schlimm wie gar keine. Mit dieser einfachen Rechnung finden Sie heraus, welche Rente Sie wirklich brauchen.

Noel Krawietz

· 3 Min. Lesezeit

Etwa jeder vierte Berufstätige wird im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig, häufig durch psychische Erkrankungen, Rückenleiden oder Krebs. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dann das wichtigste Kapital: Ihre Arbeitskraft. Doch viele Verträge haben einen Schwachpunkt – die versicherte Rente ist zu niedrig.

Warum die Höhe so entscheidend ist

Wer berufsunfähig wird, hat in den meisten Fällen weiterhin dieselben Ausgaben: Miete oder Kreditrate, Lebensmittel, Auto, Versicherungen, vielleicht Kinderbetreuung. Oft kommen sogar Kosten dazu, etwa für Therapien oder Hilfsmittel. Gleichzeitig fällt das Einkommen weg.

Vom Staat ist wenig zu erwarten: Für alle nach 1960 Geborenen gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Die Erwerbsminderungsrente zahlt nur, wenn Sie in keinem Beruf mehr arbeiten können – und auch dann reicht sie meist bei Weitem nicht aus, um den Lebensstandard zu halten.

Die Faustregel: 70 bis 80 Prozent vom Netto

Als erste Orientierung gilt: Die BU-Rente sollte etwa 70 bis 80 % Ihres Nettoeinkommens betragen. Mehr lässt sich ohnehin meist nicht versichern, weil Versicherer eine Überversicherung vermeiden.

Genauer wird es mit einer kurzen Rechnung:

  1. Feste Ausgaben zusammenrechnen: Wohnen, Lebenshaltung, Mobilität, Versicherungen, Kredite.
  2. Abgaben auf die BU-Rente berücksichtigen: Die Rente wird mit dem Ertragsanteil versteuert. Wer freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert ist, zahlt die Beiträge weiter.
  3. Altersvorsorge einplanen: Während der Berufsunfähigkeit zahlen Sie weniger oder gar nichts in die Rentenversicherung ein. Diese Lücke sollte die BU-Rente mit abdecken.

Ein Rechenbeispiel

PositionBetrag pro Monat
Nettoeinkommen heute2.600 €
Feste Ausgaben (Wohnen, Leben, Mobilität, Versicherungen)1.750 €
Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern auf die BU-Rente (geschätzt)150 €
Weitere Altersvorsorge100 €
Benötigte BU-Renterund 2.000 €

In diesem Beispiel liegt die passende BU-Rente bei rund 77 % des Nettoeinkommens – also genau im Rahmen der Faustregel. Ihre persönliche Rechnung kann natürlich anders aussehen.

Häufiger Fehler: Eine BU-Rente von 1.000 € klingt nach viel – reicht aber für die meisten Haushalte nicht einmal für die festen Kosten. Lieber etwas mehr Rente und dafür eine schlanke, aber sinnvolle Ausstattung des Tarifs.

Die Rente muss mitwachsen

Eine Rente, die heute passt, ist in 20 Jahren durch die Inflation deutlich weniger wert. Zwei Bausteine helfen:

  • Nachversicherungsgarantie: Bei Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf oder einem Karrieresprung können Sie die Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
  • Dynamik im Leistungsfall: Die laufende BU-Rente steigt jedes Jahr um einen festen Prozentsatz. So bleibt die Kaufkraft auch bei langer Berufsunfähigkeit erhalten.

Laufzeit nicht zu kurz wählen

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, steigt mit dem Alter. Ein Vertrag, der mit 55 oder 60 endet, spart zwar Beitrag – lässt Sie aber genau in den riskantesten Jahren ohne Schutz. Die Versicherungs- und Leistungsdauer sollte daher möglichst bis zum Rentenbeginn mit 67 reichen.

Und wenn die BU zu teuer ist?

Für manche Berufe oder bei Vorerkrankungen ist eine BU-Versicherung schwer zu bekommen oder sehr teuer. Dann können Alternativen sinnvoll sein, etwa eine Grundfähigkeitsversicherung, die beim Verlust bestimmter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten zahlt. Für die Absicherung der Familie im Todesfall gibt es zusätzlich die Risikolebensversicherung.

Unser Tipp aus der Beratung

Je früher Sie eine BU abschließen, desto günstiger und einfacher ist es – denn Gesundheit und Alter bestimmen den Beitrag. Wer bereits einen Vertrag hat, sollte prüfen, ob die Rente noch zum heutigen Einkommen passt. Mit der Nachversicherungsgarantie lässt sich oft ohne Gesundheitsfragen nachbessern. Gern rechnen wir Ihren persönlichen Bedarf gemeinsam durch. Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung finden Sie auf unserer Leistungsseite.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung oder Rechtsberatung. Leistungen und Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif.

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